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Dienstag, 7. April 2015

Auf den Spuren von Marco Polo

(Nörgel und ich danken dem "Hans im Glück" Verlag für das Rezensionsexemplar)
 
Hallo an alle Gerne- und Vielspieler und herzlich willkommen zu einer Partie:


Heute mal ein kleiner Regelhammer, ABER: dieses Spiel ist zwar komplex, aber nicht kompliziert...

Ja, ja, ja... sagst DU...

Ja, sag ich auch. Damit begrüßt doch auch meinen Kumpel Nörgel... 

Hallo!

... der hier - wie immer - seine nörgelige Meinung zum jeweiligen Spiel... 

Seine VÖLLIG BEGRÜNDETEN KRITIKPUNKTE!!!!

... beitragen darf. Soweit dazu, jetzt hier zu: "Auf den Spuren von Marco Polo", von Simone Luciani und Daniele Tascini, für zwei bis vier Spieler, erschienen im "Hans im Glück" Verlag. Was müssen wir tun?
Jeder Spiele versucht, möglichst viele Handeslaufträge zu erledigen, möglichst viel zu reisen, möglichst viele Waren und Kamele zu horten, möglichst viele Handelskontore zu bauen und möglichst viel Geld zu sammeln. 

Wie jetzt? Das willst du echt ALLES erklären? Hast du sie noch alle? Wie lang soll denn dieser Post werden? 1423456 Seiten???

Jetzt stell dich mal nicht so an, Nörgel. SOOOO viel ist das gar nicht. Da hast du schon schwerere Spiele gespielt.

Na ja... okay... vielleicht...

Der Plan in seiner vollen Pracht.
Nicht nur vielleicht, sondern ganz bestimmt. Also, zurück zum Thema: eines der Herzstücke dieses Spies sind die Würfel jedes Spielers, mit denen er bestimmte Aktionen auf dem Brett ausführen kann. Z.B. reisen. Oder Waren kaufen. Oder Geschenke erhalten.  Oder Handelsverträge bekommen. Jede Aktion auf dem Brett zeigt an, wie viele Würfel ich einsetzen muss, um sie auszuführen. Kamele sind schon für einen Würfel zu haben... will ich reisen, müssen es schon zwei sein und um an Goldbarren zu kommen, muss ich drei meiner fünf Würfel opfern.
Egal, wohin ich setze: ich schaue immer, was meine kleinste Zahl ist, die ich setze. Und dann sehe ich nach, was mir die Aktion bei dieser Zahl ausschüttet. Beispiel: bei "Reisen" eine fünf und eine drei gesetzt? Heißt: ich muss die drei benutzen und darf bis zu drei Schritte reisen.
Oder: bei "Goldbarren holen" eine 6,5,4 gesetzt? Dann schaue ich bei der Spalte der "4" nach und nehme mir, was dort abgebildet ist.
Einer der verhassten Mitspieler  hat eine Aktion in Beschlag genommen, die man selber machen will? Macht nichts. Wir können unsere Würfel trotzdem dazu legen. Müssen dann aber so viele Taler zahlen, wie der niedrigste Wert unseres Würfels ist.

Wozu machen wir das?

Gute Frage... wozu denn? Du schüttest hier die Leute mit Details zu... 

Also ein BISSCHEN sollte man schon über die grundlegenden Spielmechanismen wissen. Oder wie? 

Ja, ja... gut. Dann mach halt weiter... Aber nicht mehr so viel, bitte. Sonst klicken die Menschen weg... 

Zwei Kamele, drei Gold, zwei Seide = sieben Taler und neun Punkte
Ist gut. ich beherrsche mich. Also: wozu machen wir das? Ganz klar, um Siegpunkte zu bekommen. Handelsverträge z.B. bringen Punkte. Habe ich die geforderten Waren gesammelt, geb ich sie ab und bekomme Punkte. Und auch mal Geld. Oder auch andere Waren. Oder eine umsonst Bewegung.
Wenn ich viele Handelskontore baue, bringt das auch Punkte. Jeder Spieler bekommt am Anfang des Spiels zwei geheime Karten. Da sind bis zu vier verschiedene Städte drauf. Und je mehr ich davon mit meinen Handelshäusern bestückt habe, desto mehr Punkte bekomme ich.
Manche Städte haben ebenfalls Aktionen, die wir mit einem Würfel bestücken können, wenn wir dort ein Kontor gebaut haben. Und diese Aktionen sind IMMER stark. Manchmal wandeln Städte auch etwas in Siegpunkte um. Sollte man nicht aus den Augen verlieren diese Möglichkeit.

So besetzen alle nach und nach Aktionsfelder mit ihren Würfeln, bis alle Würfel im Spiel sind. Dann geht eine neue Runde los. Und nach fünf Runden ist das Spiel vorbei.

Das sollte einen Eindruck darüber vermitteln, was man bei "Auf den Spuren von Marco Polo" so machen kann und wie es ungefähr funktioniert. Natürlich gibt es noch viel viel mehr Details, aber die kann man ja gerne selber entdecken.

Du machst es dir ganz schön einfach. "Selber entdecken" heißt ja wohl "Keinen Bock, Leute. Lest euch die Regeln gefälligst selber durch!"

Okay, Nörgel. Welchen Aspekt des Spiels sollte ich denn dann besonders erwähnen? 

Welchen Aspekt?!??!! Die Charaktere, die man zu Anfang des Spiels bekommt natürlich... also echt...

Hier ein Charakter: der, der nie würfeln muss
Das ist ein guter Punkt. Machen wir das. Jedem Spieler wird am Anfang ein Charakter zugewiesen. In der Einsteigerversion gibt es vier, die verteilt werden. Kennt man das Spiel schon, kann man aus den kompletten acht Charakteren einen pro Spieler ziehen. Diese Leute geben jedem Spieler eine kleine Eigenschaft, die das Spiel für einen KOMPLETT verändert. Z.B:

- bei einem Charakter muss man nicht würfeln, sondern darf sich seine Zahlen beim Setzen immer aussuchen
- bei einem Anderen braucht man nicht bezahlen, wenn man seine Würfel auf eine Aktion setzt, die schon ein Mitspieler ausgesucht hatte
- ein Weiterer gibt einem einen Extra-Würfel und man bekommt pro Runde einen Handelsvertrag umsonst
- wieder einer bekommt immer, wenn sich jemand eine Ware oder Kamele nimmt, eine Einheit davon aus der Bank geschenkt

und und und und und... 

Siehste... war doch nicht ganz unwichtig, was?

Nein, war es nicht. So... DAS JETZT sollte aber reichen, damit man einen Eindruck von diesem Spiel bekommt. Nörgel, jetzt schlägt deine große Stunde. Was sind DEINE Kritikpunkte zu "Auf den Spuren von Marco Polo"? 

Okay... *räusper*... war mir an diesem Spiel NICHT GEFÄLLT:

  • ......

Nörgel? Noch da? 

Klar... jetzt warte doch mal eben... ganz kurz nur... also, was mir nicht gefällt:
  • .............

Geht es dir gut? Da kommt ja nix.

Doch... JETZT hab ich was:
  •  Wenn man Grübler am Tisch sitzen hat, kann sich das sooooooowas von ziehen. Wenn nicht jeder schon im Zug seines Mitspieler wenigstens ein BISSCHEN plant, dann kann es dauern. Wir hatten eine Partie, da hab ich gedacht, ich streich mal eben die Fassade und mach dann noch das...

Das ist ja bei einigen Spielen so. Das hat ja mit diesem hier nichts zu tun. Gibts sonst nix von dir daran auszusetzen?

Nein... nein, nein, nein. Nix. Zufrieden??? Jetzt mach du halt.

Okay: was mir an diesem Spiel RICHTIG GUT GEFÄLLT:
  • Die Einsteiger-Version mit den oben beschriebenen Charakteren fasziniert bereits. Aber die Expertenversion, in der alle Charaktere ins Spiel kommen könnten, ist wirklich großartig
  • Nicht nur die Charaktere, sondern auch die besonderen Aktionen der Städte ändern sich jedes Spiel. So viele Stadtkarten, wie da in der Schachtel sind... das dauert gefühlt Jaaaaaaahre, bis man die mal alle dran hatte
  • Durch Punkt 1+2  wird das Spiel auch jedes Mal anders, weil man jedes Mal seine Charaktereigenschaft optimal nutzen will, sich jedes Mal neu auf die Stadtaktionen einstellen muss und man sich bei jedem Spiel aufs Neue eine Strategie zurecht legen kann
  • Wenn es alle kennen, dauert es maximal 20 Minuten pro Spieler. Was eine klasse Zeit ist, wenn man bedenkt, wie gut man hier unterhalten und beansprucht wird
  • Die Regeln sind für so ein Spiel FAN-TAS-TISCH geschrieben. Sie erklären alles in der richtigen Reihenfolge und man hat keine Schwierigkeiten, sich danach im Spiel zurecht zu finden

Wie man schon liest: "Auf den Spuren von Marco Polo" hat nicht nur mich ziemlich begeistert, sondern vor allem auch Nörgel. Oder?

Ja. JA JA JA JA JA!!! *grummel*

Und das ist eine Leistung. Bis auf die "Grübler am Tisch" Problematik hat hier keiner etwas an diesem Spiel auszusetzen. Das ist - für mich - eines der absoluten Highlights des Jahrgangs 2014/2015 und wenn man gerne anspruchsvolle Spiele spielt, sollte man sich das hier unbedingt geben.
Aber auch, wenn man an solchen Spielen interessiert ist oder durch das Geschreibsel hier neugierig wurde, lohnt sich ein Blick. Menschen, die von solchen Spielen eher abgeschreckt werden, sind beim Lesen der Regeln vielleicht überrascht, wie gut man in die Mechaniken reinkommt. Oder man schnappt sich einen guten Erklärer, der einen schrittweise ins Spiel führt.

So oder so: das hier lohnt sich. UN-BE-DINGT. Was meinst du, Nörgel? Sollen wir mal... du weißt schon? Punktemäßig... sollen wir da mal... 

*Immernochgrummel* Man, man, man... okay. Ja, okay. Mach halt. Ich bin einverstanden...

Gut. Von uns bekommt "Auf den Spuren von Marco Polo"  
10 von 10 möglichen Handelsverträgen. 

Höchstpunktzahl. YUPPIIIEEEE!!!!

Also, Leute: sattelt die Kamele!!!!

Auf den Spuren von Marco Polo
von Simone Luciani und Daniele Tascini
Erschienen bei Hans im Glück
2-4 Spieler ab 12 Jahren
Dauer: 20-25 Minuten pro Spieler

Rezension: Nörgel und Christoph Schlewinski   


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